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(c) PESTER LLOYD / 20. Mai 2008

 

1.000 EUR sind zuviel?

Wirtschaftsvertreter in Polen warnen den Staat vor Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst

Eine Welle des Protestes schlägt derzeit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk von Ökonomen und der Wirtschaft entgegen. "Die Gehälter und Pensionen im öffentlichen Dienst wachsen seit Jahren wieder schneller als jene von Angestellten der Priwatwirtschaft", schreibt die Wirtschaftszeitung "Puls Biznesu". Das "Einknicken" gegenüber den Minenarbeitern vor einigen Monaten habe eine Ketteenreaktion ausgelöst, nun musste man auch dem Druck von Krankenpflegern, Ärzten und anderen aus dem Staatshaushalt bezahlten Berufsgruppen nachgeben. Das hat dazu geführt, dass das durchschnittliche Monatsbruttoeinkommen im öffentlichen Sektor binnen eines Jahres um 12,2% auf PLN 3.500 (knapp über 1.000 EUR) gestiegen sei. Eine Reihe von Wirtschaftsbossen, darunter Janusz Jankowiak, Chefvolkswirt des Polnischen Unternehmerverbandes, aber auch der Chef der Fortis Bank Marcin Mroz, dass diese Entwicklung sowohl die Inflation als auch das Budgetdefizit steigere, da die Ausgaben nicht durch höhere Staatseinnahmen gedeckt seien. Auch wurde moniert, dass das Einkommen eines Bergarbeiters mit rund 5.000 PLN dem eines Computerprogrammierers schon sehr nahe komme (6.490). In Wirklichkeit, so argumentieren Gewerkschaften und gesunder Menschenverstand, geht es den Protestierenden lediglich um ihre Angst, in der Privatwirtschaft endlich auch adäquate Gehälter zahlen zu müssen, von denen Vollzeitbeschäftigte auch leben könnten. Ausserdem würde durch höhere Realeinkommen nicht die Inflation sondern lediglich ein wenig der Inlandskonsum angekurbelt.

(c) Pester Lloyd

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