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(c) PESTER LLOYD / 26. April 2008

 

Polen will seine Leute zurück

Es sind rund zwei Millionen meist jüngere, gut ausgebildete und hoch motivierte Menschen, die seit dem EU-Beitritt Polen verliessen, um im Ausland ihr Glück zu suchen.

Rund die Hälfte davon hat es nach Großbritannien und Irland ins Bauwesen, die Hotelerie oder das Gesundheitswesen verschlagen, aber auch als Facharbeiter in den großen Auto- und Maschinenbauunternehmen sind sie kaum noch wegzudenken, - doch jetzt werden sie dringend wieder zu Hause gebraucht.

Der Arbeitskräftemangel, vor allem bei Facharbeitern in technischen Berufen ist so eklatant, dass das Land fürchtet Nachteile als Investitionsstandort zu erleiden. Durch den Beitritt zum Schengenraum sind die "Tricks" des kleinen Grenzverkehrs mit der Ukraine oder Weissrussland nicht mehr so leicht möglich.

Die polnische Regierung plant daher nun eine großangelegte Anzeigen- und Rückholkampagne in Großbritannien. Eigens dafür wurde ein "Handbuch für Rückkehrer" herausgegeben, dass praktische Tipps aber auch materielle Hilfen für die Übersiedlung in die Heimat anbietet. Ausserdem bietet man den potentiellen Heimkehrern, falss nötig, eine fünfjährige Steueramnestie an. Die Vorgängerregierung hatte nämlich ein Gesetz verabschiedet, dass Polen, die im Ausland arbeiten dennoch zu Steuerzahlungen in Polen verdonnert, um so den Gang ins Ausland unattraktiv zu machen.

Rund 20.000 Osteuropäer kehrten den Britischen Inseln im vergangenen Jahr bereits den Rücken. Auch der Wechselkurs des Pfund zum Zloty könnte dabei ein starkes Argument sein: 2004 bekam man für 1 brit. Pfund noch 7 Szloty, heute sind es gerade noch 4.

(c) Pester Lloyd

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