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(c) PESTER LLOYD / 4. April 2008


Kellner und Köche gesucht...

Die Einkaufsgenossenschaft hogast und der Österreichsiche Hotellerieverband ÖHV starten daher eine großangelegte Mitarbeiterkampagne in fünf neuen EU-Mitgliedsstaaten, weil man zu Hause keine Arbeitskräfte mehr findet. Die Gewerkschaft meint: kein Wunder, bei solchen Arbeitsbedingungen...

Im gesamten Salzburger Land sächselt es seit Jahren, kaum ein Hotel und grösseres Restaurant im Burgenland kommt ohne Kellner mit ungarischem Akzent aus. Das war früher nicht anders, der Kellner aus Kroatien, die Köchin aus Böhmen gehörten schon immer zum "Inventar" der österreichsichen Gastronomie und Hotellerie. Die Branche boomt, Personal ist kaum zu finden. "Jetzt bestätigt sich, wovor wir schon lange warnen: Österreichs Hoteliers finden in vielen Regionen keine Mitarbeiter für Service, Etage und andere Bereiche". Zwar ist seit Jahresbeginn der österreichische Arbeitsmarkt für Küchenfachkräfte geöffnet, doch fordert der ÖHV die "rasche Arbeitsmarktöffnung für alle touristischen Beschäftigungsgruppen".

"Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist grosso modo sehr erfreulich. Unternehmern zeigt sie auch ihre Kehrseite - und auf der haben wir im vergangenen Sommer 7.000 offene Stellen entdeckt, die schlicht nicht besetzt werden konnten. Wir haben nun in Kooperation mit der hogast eine Antwort darauf", erklärt ÖHV-Präsident Peter Peer. "In Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn werden bis Ende April in einer groß angelegten Kampagne Online- und Print-Inserate geschaltet, die auf den geöffneten Arbeitsmarkt für Köche und die hogast-Jobbörse verweisen.", erklärt ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn. 50 Berufsgruppen umfasst die mit Jahresbeginn 2008 in Kraft getretene Fachkräfteverordnung. 252 Fachkräfte aus den neuen Mitgliedsstaaten wurden dem AMS zufolge nach Inkrafttreten der Verordnung binnen Monatsfrist in österreichischen Betrieben angestellt. 125 davon waren Köche.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft für das Gastgewerbe, vida, Rudolf Kaske sieht diese Aktion naturgemäß kritisch. "Ich möchte der ÖHV den Spruch ‚Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah’ mit auf den Weg geben. Wir haben genug ArbeitnehmerInnen, die im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden und werden - dringend nötig wäre aber die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Branche". 2006 gab es die Rekordzahl von 14.756 Lehrlingen, die im Bereich Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden. Auch in den Tourismusfachschulen werden laufend Fachkräfte ausgebildet. "Die Frage, die sich die ÖHV und die gesamte Branche stellen muss, ist vielmehr, warum viele qualifizierte Kräfte relativ rasch wieder aus

ihrem Beruf flüchten", sagt Kaske. Die Branche müsste endlich etwas zur Steigerung der Attraktivität für die Beschäftigten unternehmen und die niedrige Entlohnung, das mäßige Arbeitsklima und die überlangen Arbeitszeiten thematisieren. - "Derzeit liegt das Lohnniveau im Tourismus immer noch um ein Drittel unter dem Durchschnitt aller Branchen", so Kaske. "Immer wieder neue Kräfte aus dem Ausland anzuwerben ist kurzfristig der billigere Weg. Der auf Dauer erfolgreiche ist es sicherlich nicht", ist der vida-Vorsitzende überzeugt.

Jobbportal der hogast (dt./ung./tsch./slow.)
http://www.hogastjob.com/

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