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(c) PESTER LLOYD / 17. März 2008
Provokantes Denkmal in Sarajevo geplant
Eine serbische Gruppe von Kriegsveteranan hat angekündigt, auf einem der Hügel von Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, ein gigantisches Kreuz errichten zu wollen.
Für die Einwohner der im Krieg von 1992-96 belagerten Stadt ist dies eine doppelte Provokation. Sind doch zum einen die meisten der Einwohner der Stadt Moslems, zum anderen wurden sie eben von jenem Hügel auf dem das Kreuz jetzt errichtet werden soll permamanent von serbischer Artellerie beschossen worden.
Der Bürgermeister der Stadt bezeichnete das Ansinnen denn auch als eine Verhöhnung der zahlreichen Opfer. Branislav Dukic, Chef eines "Vereins von bosnisch-serbischen Kriegsopfern", bestätigte jedoch, dass seine Gruppe schon im April ein 26-Meter hohes Kreuz auf dem Trebevic-Berg errichten will, dass man so ausleuchten werde, dass es 24 Stunden am Tag zu sehen sein wird. "Die Initiative dazu kommt von den Familien gefallener Soldaten und Zivilisten", säuselt Dukic in den Medien.
Der obere Teil des Trebevic Berges "gehört" seit der Aufteilung des Landes in ethnische Gebiete zum Territorium der bosnischen Serben und überragt den Großteil der Stadt. Der 2. Jugoslawienkrieg (auch bosnisch-serbischer Krieg) kostete 90.000-100.000 Menschenleben und trieb mindestens 1,5 Mio Menschen in die Flucht. Die 44monatige Belagerung Sarajevos durch serbische Truppen wird heute als ein klassisches Kriegsverbrechen angesehen, ging es ja nicht in erster Linie um die Erreichung eines militärischen Zieles, sondern um die Verbreitung von Terror gegen die Zivilbevölkerung durch Beschuss von Lebensmitteltransporten und Scharfschützen, die auf alles schossen, was sich bewegte.
Einige Kommandeure der beteiligten Einheiten erhielten bereits langjährige Haftstrafen vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Die Bürgermeisterin von Sarajevo, Semiha Borovac, sagte, die Bürger ihrer Stadt seien entsetzt über diese Idee. "Der Bau von Monumenten, welche die Menschen entzweien liegt nicht in der Tradition dieser Stadt. Wir bauen Kirchen, aber so etwas kann ich nicht unterstützen...", sagte sie in einem Interview.
M.S.
(c) PESTER LLOYD
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