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(c) PESTER LLOYD / 7. März 2008

 

Die Karawane zieht weiter...

... weiter nach Osten - Direktinvestitionen, Beschaffungen und Expansionen wandern von CEE immer mehr nach Süden und Osten ab. Die Region kann aber optimistisch bleiben. - Märkte diversifizieren sich - Ungarn weiter Wackelkandidat Nr. 1

Rund 400 CEE-orientierte Unternehmen aus Österreich mit insgesamt 1.400 Beteiligungen in 19 mittel- und osteuropäischen Ländern werden in regelmäßigen Abständen zu ihren Konjunkturaussichten für die Region befragt. Daraus ergibt sich der noch relativ junge "Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa". Im Vergleich zum Herbst 2007 sind die Prognosen vor allem bei Direktinvestitionen etwas vorsichtiger, die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und -perspektiven für die Betriebe in der Region bleibt aber unverändert optimistisch. Jedes zehnte der befragten Unternehmen plant heuer die Errichtung einer neuen Auslandsniederlassung. Rund 150 Neuinvestitionsprojekte stehen auf den Agenden der Manager. Die meisten davon in Rumänien, der Ukraine, Bulgarien und Russland.

Auch der Beschaffungsmarkt wandert weiter östlich und südlich, die Attraktivität der Länder der ersten Erweiterungsrunde (CZ, SK, HU etc.) sinkt u.a. wegen Ressourcenmangels, Kostenanstiegen bzw. ersten Erscheinungen von Marktsättigung zusehends, wie auch eine Studie der Managementberatung Accenture untermauert. Zur Zeit sind es vor allem Unternehmen aus dem Energie- und Wasserversorgungssektir, die sich besonders offensiv bei der Erschließung neuer Märkte zeigen.

Auch Erweiterungsinvestitionen in bestehende Standorte sind, laut OEKB, quer über alle Branchen auf der Tagesordnung: Von den rund 1.400 Auslandsniederlassungen in der Region, die bei der Untersuchung im Fokus stehen, werden rund 40% weiter ausgebaut. Nur aus 3 % der bestehenden MOE-Betriebe soll in den nächsten Monaten Kapital abgezogen werden.

Märkte diversifizieren sich
- Ungarn weiter Wackelkandidat Nr. 1

Im Hinblick auf die Attraktivität des geschäftlichen Umfeldes hat sich Rumänien binnen Jahresfrist aus dem Mittelfeld auf Platz 3 des Index hochgearbeitet (von 59 auf 66 Punkte), knapp hinter Russland (72, +9) und der Ukraine (76, +11).  Für Ungarn wurde die, im Jahr 2007 bereits verhaltene Beurteilung des Geschäftsklimas nun noch weiter nach unten korrigiert.

Zurückzuführen ist dies, laut OEKB, auf die gedämpfte Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, während die Geschäftserwartungen gegenüber Herbst ziemlich stabil geblieben sind. Vor allem für Unternehmen aus dem Bauwesen und dem Handel hat sich das Geschäftsklima weiter eingetrübt. Für das Bauwesen lässt sich diese Entwicklung durch den starken Anstieg der Arbeitskosten in den letzten Jahren und die Zurückhaltung der öffentlichen Hand bei der Realisierung von Bauvorhaben erklären.

Der Handel hingegen spürt die Verlangsamung der ungarischen Wirtschaftsentwicklung, die mit einem stagnierenden privaten Konsum einhergeht. 16% der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der ohnehin schon schwierigen wirtschaftlichen Situation. In Serbien & Montenegro sind die Geschäftsklimawerte im Januar 2008 - gemessen an den Ergebnissen der Erhebung im Herbst 2007 - deutlich gesunken, wobei die Direktinvestoren insbesondere bei der Einschätzung der Geschäftsperspektiven vorsichtiger sind. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo seien hier die Hauptgründe, die makroökonomischen Daten für Serbien erweisen sich hingegen als recht robust.

Immosektor stabil - Finanzsektor trübt sich ein

Trotz der US Subprime-Krise laufen die Geschäfte im Immobiliensektor in Mittelosteuropa hervorragend. Die aktuelle Geschäftslage wird sogar deutlich besser eingeschätzt. In rund 70% der Unternehmensbeteiligungen vor Ort sind Erweiterungsinvestitionen geplant. Zudem plant ein Drittel der befragten Immobilienunternehmen einen Einstieg in neue Märkte. Im Finanzsektor hat sich das Geschäftsklima hingegen eingetrübt: Die Banken haben ihre Geschäftserwartungen deutlich zurückgenommen. Höhere Risikoaufschläge und Refinanzierungskosten spüren die Banken bereits. Dazu kommt die Sorge bezüglich einer konjunkturellen Abschwächung in der Region: Die Banken zeigen im Branchenvergleich den geringsten Optimismus hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung Mittelosteuropas, wiewohl Finanzexperten vor allem in SEE aufgrund der noch geringen "Marktpenetration" eigentlich mit zweistelligen Zuwächsen rechnen, was zeigt wieviel bzw. wenig praktische Aussagekräfte in Indicies solcher Art steckt.

www.oekb.at

(c) Pester Lloyd

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