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(c) PESTER LLOYD / 7. März 2008

 

Gedrängel im Discountgeschäft

Übernahmen und Expansionen in Osteuropa: Aldi startet in Polen und Ungarn, aus Plus wird in Tschechien Penny, Carrefour geht und richtig Geld verdienen nur die wenigsten.

Aldi eröffnete in Polen am 25. Februar seine ersten sieben Discountmärkte. Die Geschäfte finden sich in Poznan, Jelenia Gora, Sulechow, Glogow, Zory, Brzeg and Tarnowskie Gory. wie überall, versucht Aldi auch hier mit den niedrigsten Preisen aber doch einer rundum akzeptablen Qualität die Konkurrenz auszuboten und die Kunden an sich zu binden. Zur Eröffnung gab es dann auch gleich einmal satte 30% Rabatt auf das Sortiment. Die Hauptkonkurrenten für die deutsche Großkette sind die einheimische Biedronka, die mehr als 1000 Läden in Polen betreibt, zu denen noch die 210 aufgekauften Plus-Geschäfte kommen, wenn die Wettbewerbsbehörde die Übernahme genehmigt. Auch die deutschen Bekannten Netto (137 Shops) und Lidl (rund 300) sind in Polen präsent.

Hofer (das österreichische Pendandt zu Aldi) wird bis Ende 2008 in Ungarn 40 Märkte eröffnen. Die Geschäfte werden jedoch unter dem Aldi-Logo laufen. Dass bald noch mehr Aldi in Ungarn eröffnen wird ist anzunehmen, denn betreibt das Unternehmen allein im 2 Mio-Staat Slowenien schon 40 Filialen. Aldi (incl. Hofer) betreibt europaweit rund 6.500 Geschäfte in Europa und erwirtschaftet einen geschätzten Umsatz von 39 Mrd EUR pro Jahr.

Die wenigstens verdienen wirklich Geld

Rewe übernimmt in Tschechien alle 146 Plus-Filialen von der Tengelmann-Gruppe. Damit geht die Zerschlagung des Discounters munter weiter. Rewe-Chef Alain Caparros will die Märkte auf das Rewe-Discountkonzept "Penny" umstellen. "Die REWE Group hat in Osteuropa einen Expansionsschwerpunkt. Dabei kommt Tschechien allein schon wegen der geographisch günstigen Lage eine große strategische Bedeutung zu. Der fünftgrößte Markt in Osteuropa hat für uns die Funktion einer Drehscheibe", sagte Alain Caparros Über den Kaufpreis sei, wie üblich, Stillschweigen vereinbart worden, die Wettbewerbsbehörde muss dem Deal noch zustimmen.

Während die deutschen Plus-Läden an Rewe-Konkurrenten Edeka gingen, sind die Filialnetze in Rumänien und Ungarn noch vakant. Der Zukauf in Tschechien bringt Rewe einen zusätzlichen Umsatz von geschätzten 500 Mio EUR / Jahr. Interessant ist, dass derzeit nur Rewe und Kaufland in Tschechien wirklich Geld verdienen. Lidl, Ahold, Spar und Tesco verbuchten, zumindest nach Behauptungen des Branchenblatts Lebensmittel-Praxis immernoch Verluste. Der Verdrängungswettbewerb hatte zuletzt den französischen Carrefour-Konzern aus Tschechien gedrängt. Die elf SB-Warenhäuser der Franzosen gingen an Tesco. Bereits vor einem Jahr verkaufte Julius Meinl sein Supermarkt-Netz an die Niederländer Ahold.

(c) Pester Lloyd

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