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(c) PESTER LLOYD / 11. April 2008

 

Kupferdeal in Serbien gescheitert

A-Tec zahlte nicht rechtzeitig, daher kommt nun Oligarch Deripaska zum Zuge

Der Deal hatte Potential für einen Wirtschaftskrimi: Der illustre Großindustrielle des kleinen Österreich schnappt mit seiner A-Tec dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska das Filetstück der serbischen Metallverarbeitung, die Kupferhütte RTB Bor, vor der Nase weg. Doch nun erklärte die serbische Privatisierungsbehörde den Handel für gescheitert und empfiehlt die Vertragsauflösung.

Der Grund: verzögerte Zahlungen seitens Kovats. Dieser hat bisher erst rund 150 Mio USD der vereinbarten 466 Mio gezahlt und zweimal um einen Aufschub (Änderung des Kaufvertrages) gebeten, meldet "Serbia & Montenegro Today". Ausserdem bestehen Zweifel, ob die vereinbarten Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe gelistet werden können. Die Regierungs-Kommission empfahl zudem, Verhandlungen mit dem zweiten Bieter der SMR des russichen Aluminum-, Bau- und Rohstoffoligarchen Oleg Deripaska aufzunehmen, der indes nur 370 Mio USD geboten hatte, dafür aber höhere Investitionen ankündigte.

Selbst die Gewerkschaften, die anfänglich für A-Tec waren, setzen sich nun für den russischen Bewerber ein, da sie, so die Zeitung, nicht mehr daran glaubt, "dass die Österreicher ihren finanziellen Zusagen nachkommen könnten." Der serbische Wirtschaftsminister, Mladjan Dinkic, drückte sich deutlich aus: "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil die österreichische Seite sich nicht an die Vertragsbedingungen gehalten hat und Fristen verlängern wollte, was wir nicht akzeptieren konnten."

In einer Presseaussendung zeigte sich A-Tec "tief enttäuscht" über die Entscheidung der Serben. Damit ist der Plan des Unternehmens, ein "europäisches Kupferimperium" zu schmieden wohl endgültig gescheitert, weitere Zukäufe würden bereits rückabgewickelt, darunter auch eine Beteiligung an der Norddeutschen Affinerie, die von den deutschen Kartellbehörden untersagt worden ist, meldet die "Presse" in Wien.

A-Tec hat die für 15. April geplante Veröffentlichung der Bilanz 2007 auf 30. April und die Hauptversammlung vom 7. Mai auf den 10. Juni u.a. auch deswegen verschoben.

Foto: A-Tec

(c) PESTER LLOYD

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