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(c) PESTER LLOYD / 1. März 2008

 

Kampf um Prager Airport hat begonnen

Der Flughafen Prag ist ein seit langem beobachtetes Objekt der Begierde für internationale Investoren. Der Verkauf dieses und einiger anderer bedeutender Staatsunternehmen steht in Tschechien nun unmittelbar bevor, darunter auch die Fluggesellschaft CSA.

Auch auf der Versilberungsliste des Prager Finanzministeriums findet sich der Stromerzeuger CEZ, die Eisenbahn Ceske drahy, der nationale Forstverwaltungsbetrieb Lesy, und - ein wirkliches Politikum: die Brauerei Budejovicky Budvar. Von dem Energieriesen CEZ sollen jedoch lediglich noch bis zu 7% an die Börse gebracht werden, bereits getätigte Teilverkäufe liessen den Staatsanteil an dem Unternehmen bis Ende dieses Monats auf ca. 66% sinken.

Die Privatisierung der Budvar-Brauerei, Nummer Drei im Lande und letzte der großen Brauereien, die noch in nationalem Besitz geblieben ist, ist derart umstritten und mit Sentimentalität befrachtet, dass Beobachter davon ausgehen, die Regierung könnte diesen Deal als demographischen Super-GAU aus dieser Legislaturperiode verbannen. Auch die Teilprivatisierung des tschechischen Waldbestandes, der zu 60% von der Staatsgesellschaft Lesy bewirtschaftet wird, wird erst nach 2010 realisiert werden.

Im Zentrum der Privatisierungen dürfte daher der Flughafen Prag/Ruzyne stehen, der demnächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden wird. Geschätzt wird ein möglicher Erlös von um 3 Mrd EUR für den strategisch äußerst günstig gelegenen und im übrigen sogar profitabel arbeitenden Airport, der 2007 mit über 12 Mio Passagieren einen Rekord verzeichnen konnte. Zu den Interessenten zählen die üblichen Verdächtigen: Fraport, Flughafen Wien, Hochtief, die bereits Budapest-Ferihegy betreiben, auch Spaniens Abertis, und die GMR Group aus Inden (Flughafen Delhi) interessieren sich für das Juwel im Herzen Europas. Überraschungskäufer aus Russland oder dem Nahen und Mittleren Osten sind ohnedies nicht auszuschliessen, somit kann eine wahre Bieterschlacht erwartet werden.

Wie schon in Ungarn die MÁV-Cargo, soll auch die Transportsparte der Tschechischen Bahnen, die CD Cargo ausgegliedert und teilverkauft werden. Sollten die Wettbewerbsbehörden mitspielen, könnte die CD Cargo noch in diesem Jahr mit der Cargo Slovakia zusammengelegt werden, was einen enormen Wertgewinn bringen würde.

(c) Pester Lloyd

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