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(c) PESTER LLOYD / 30. Januar 2008
Osteuropa bleibt noch lange arm
Die Länder Osteuropas holen bei der Kaufkraftentwicklung nur partiell auf. Der durchschnittliche Haushalt in Osteuropa verfügt 20 Jahre nach der Wende immer noch nur über rund 20% des Einkommens im Westen und finanziert seinen Konsum oft auf Pump.
Vor allem in den Städten Osteuropas steigt das verfügbare Einkommen der Bürger. Doch entgegen der Hoffnung auf eine relativ zügige Angleichung der Lebensverhältnisse an westliches Niveau, sind ganze Regionen und vor allem die Landbevölkerung teilweise ärmer als vor der Wende. Die von dem Wiener Institut RegioData ermittelte Zahl von rund 50 Mrd. Euro Kaufkraftzuwachs im Jahr 2007 in den Ländern Osteuropas mag auf den ersten Blick großartig aussehen, auf jeden einzelnen Haushalt herunter gerechnet, blieben jedoch gerade noch 400.- EUR. "Es braucht noch Jahrzehnte bis annähernd westeuropäisches Niveau erreicht werden kann.", stellt die Studie fest. Die Bevölkerung Sloweniens hat bezüglich des verfügbaren Einkommens schon fast westeuropäisches Niveau erreicht. An der Spitze des Rankings finden sich auch Länder wie Tschechien, Ungarn, die Slowakei und Kroatien. Das Schlußlicht bildet Moldawien. Doch auch bei den Spitzenreitern ist die Verteilung des Wachstums sehr unterschiedlich.
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"Die Menschen in den peripheren landwirtschaftlichen Regionen profitieren vom Kaufkraftzuwachs nahezu überhaupt nicht.", resümiert RegioData.
Von mehr als 100 betrachteten Regionen erreichen mehr als die Hälfte nicht einmal 20% des österreichischen Kaufkraftniveaus. Vom gesamteuropäischen Kaufkraftvolumen von rund 7,3 Billionen Euro entfallen rund 13% auf die mittel- und südosteuropäischen Länder. Den größten Teil dieses Kuchens machen der Mega-Markt Russland sowie die bevölkerungsreichen Märkte Polen und die Türkei aus.
Im Verhältnis zu Österreich (=100) erreicht Slowenien 79,9% der Kaufkraft, die Slowakei nur noch 48,6%, Kroatien 41,1, Rumänien ernüchternde 23,7%. Mark Ruhsam, Marketingleiter von RegioData Research analysiert: "Während die Bevölkerung in den Städten an Kaufkraft dazu gewinnt und „urbane Eliten“ entstehen, profitiert die ländliche Bevölkerung kaum bis gar nicht." und stellt fest, dass inflationsbereinigt einige ländliche Regionen de facto schlechter dastehen als vor der Wende. Dadurch werde die Abwanderung aus Regionen mit wenig Jobangeboten, Bildungseinrichtungen und Infrastruktur anhalten und die regionalen Unterschiede eher noch vergrößern.
In vielen Ländern ist der private Konsum zudem auch noch häufg fremdfinanziert, so ist der "Konsum-Boom" in Russland, Rumänien oder Bulgarien mehr auf die Vergabe von Krediten als auf Einkommenszuwachs zurück zu führen. Neben Slowenien, dass sogar einigen westeuropäischen Regionen in Portugal und Griechenland den Rang abgelaufen hat, können sich vor allem Städte wie Prag, Bratislava und die Region Budapest über die Marke von 50% des österreichischen Durchschnitts freuen. Fast 50 osteuropäische Regionen erreichen hingegen nicht einmal ein Viertel dieses Levels.
Weitere Informationen und Detailstudien www.regiodata.at
(c) Pester Lloyd
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