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(c) PESTER LLOYD / 7. Dezember 2007
Wahlen in der Republika Srpska
Die "serbische Provinz" Bosnien-Herzegowinas muss sich am Sonntag mit einem neuen Präsidenten gleichzeitg für den zukünftigen Umgangston mit den kroatischen und bosniakischen Mitbürgern entscheiden.
In der Republika Srpska, weitgehend autonomer Teil von Bosnien-Herzegowina, wird am Sonntag, 9. Dezember einer neuer Präsident gewählt. Nach dem Tod von Amtsinhaber Jelic im September stellen sich zehn Kandidaten zur Wahl, als Favoriten gelten der Jurist Kuzmanovic, Ex-Premier Ivanovic und der Nationalist Tadic. Wahlberechtigt sind rund 1,2 Millionen Bürger.
Gewählt wird sozusagen ein Teilpräsident, denn seit dem Abkommen von Dayton 1995 wird das Land von faktisch zwei Präsidenten der "Staatsvölker" (auch zwei Entitäten genannt, bosnisch-kroatische Föderation + Republika Srpska) in förderaler Form - zumindest offiziell gemeinsam - geführt. Hinzu kommt noch die "autonome" Region um die Stadt Brcko im Norden, welche direkt von der Zentralregierung verwaltet wird. Die Provinz Republika Srpska wird zu ca. 90% von ethnischen Serben bewohnt.
rot: Republika Srpska, blau: bosnisch-kroatische Föderation, grün: autonome Region um Brcko
Die politische Spannweite der Kandidaten reicht von Moderaten, die eine langsame Normalisierung unter internationaler Aufsicht bevorzugen bis hin zu Ultranationalisten, die eine Rückkehr nach Serbien und die - faktisch schon jetzt realisierte - ethnische Trennung der größten Volksgruppen konstitutionell verankern wollen. Auch unter den Kroaten gibt es nationalistische Vertreter, die einen Anschluss des überwiegend von Kroaten Teils des Landes an das "Mutterland" fordern. Neben der Kosovofrage gilt die Lage in Bosnien-Herzegowina als einer der gordischen Knoten des Balkan, eine internationale, auch bewaffnete Präsenz der UNO sowie der EU wird noch lange notwendig sein.
(c) Pester Lloyd
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