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(c) PESTER LLOYD / 28. November 2007

 

Kosovo-Konferenz gescheitert

Die Kosovo-Konferenz in Baden bei Wien endete am 28. November nicht nur ohne Ergebnis, sie bedeutet auch noch das offizielle Ende jeglicher direkten Verhandlungen zwischen Serbien und den Vertretern der seit 1999 unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz Kosovo.

So jedenfalls die Einschätzung der kosovo-albanischen Delegation. Die serbische Seite rief zwar zu weiterem Dialog auf, bewegte sich aber selbst ebenfalls keinen Millimeter von der Stelle. Das Scheitern war bei den verhärteten Standpunkten der Parteien eigentlich programmiert. Trotz monatelanger internationaler Vermittlung gingen die Konfliktparteien ohne jeden Ansatz einer Einigung über den künftigen Status der südserbischen Provinz auseinander. Der deutsche EU-Vermittler Wolfgang Ischinger meinte, dass nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Das Mandat für die Trojka aus EU, Rußland und USA laufe mit dem 10. Dezember aus, dann wird man der der UN berichten, daß man eigentlich nichts zu berichten habe.

Warnungen und Drohungen:
Wildes Gebilde - Verbrechen - Kettenreaktionen

Allen Seiten, inklusive der serbischen, ist klar, daß der Stauts quo nicht mehr zu halten ist. Während Serbien jedoch nur eine Lösung über die UNO zu akzeptieren bereit sei, die jedoch neben einer relativen Autonomie der Kosovaren die Unantastbarkeit der territorialen Integrität des serbischen Gebietes beinhalten müsse, setzen die Kosovo-Albaner auf die einseitige Ausrufung eines unabhängigen Staates. Ein Akt, den Serbien als "ein Verbrechen" bezeichnet. Deren Vertreter werden "ein solch wildes Gebilde niemals akzeptieren", eine solche Erklärung betrachten sie als "null und nichtig" und warnten vor weitreichenden Folgen und, wörtlich, einer "Kettenreaktion" in der Region. Mit der Anspielung sind neben dem ebenfalls offenen STatus der "autonomen Provinz" Vojvodina im Norden als auch noch schwelende Ansprüche in der Republika Srbska, Teil von Bosnien-Herzegowina, gemeint.

Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, erklärte am Ende der Konferenz in Österreich, "in Übereinstimmung mit dem Westen" werde man in "absehbarer Zukunft" die Unabhängigkeit erklären. Mit dieser Absicht werden auch alle Kompromissbemühungen, die z.b. eine weitgehende regionale Autonomie innerhalb eines Serbiens mit EU-Perspektive als gangbar sahen, vom Tisch gefegt. Man geht davon aus, daß die Unabhängikeitserklärung des albanischen Kosovo bis zum Frühjahr erfolgt. Die USA warnten vor einer steigenden Kriegsgefahr in der Region.

(c) Pester Lloyd

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